Bundesländer-Vergleich · Zuletzt geprüft:

Grunderwerbsteuer 2026: Alle 16 Bundesländer

Die Grunderwerbsteuer ist Ländersache — und die Spanne ist groß. Zwischen 3,5 % (Bayern) und 6,5 % (NRW, Brandenburg, Saarland, Schleswig-Holstein) liegt fast Faktor 2. Die Tabelle unten ist interaktiv: Kaufpreis und Makler-Option lassen sich live ändern.

Grunderwerbsteuer 2026 — alle 16 Bundesländer

Sortiert nach Steuersatz (aufsteigend). Live berechnet — Kaufpreis und Makler-Option frei wählbar.

400.000 €
BundeslandGrESt-SatzGrESt-BetragNotar + GBMaklerGesamt
Bayern3,5%14.000 €8.000 €14.280 €36.280 €
Baden-Württemberg5%20.000 €8.000 €14.280 €42.280 €
Niedersachsen5%20.000 €8.000 €14.280 €42.280 €
Rheinland-Pfalz5%20.000 €8.000 €14.280 €42.280 €
Sachsen-Anhalt5%20.000 €8.000 €14.280 €42.280 €
Thüringen↓ 20245%20.000 €8.000 €14.280 €42.280 €
Bremen5,5%22.000 €8.000 €14.280 €44.280 €
Hamburg5,5%22.000 €8.000 €14.280 €44.280 €
Sachsen5,5%22.000 €8.000 €14.280 €44.280 €
Berlin6%24.000 €8.000 €14.280 €46.280 €
Hessen6%24.000 €8.000 €14.280 €46.280 €
Mecklenburg-Vorpommern6%24.000 €8.000 €14.280 €46.280 €
Brandenburg6,5%26.000 €8.000 €14.280 €48.280 €
Nordrhein-Westfalen6,5%26.000 €8.000 €14.280 €48.280 €
Saarland6,5%26.000 €8.000 €14.280 €48.280 €
Schleswig-Holstein6,5%26.000 €8.000 €14.280 €48.280 €

Zuletzt geprüft: · GrESt: GrEStG, Landesgesetze · Notar/GB: GNotKG nach KostBRÄG 2025 · Makler: §656c BGB (Halbteilungspflicht)

Das günstigste Bundesland: Bayern (3,5 %)

Bayern hat den niedrigsten Steuersatz in Deutschland und als einziges Land den historischen Satz von 3,5 % nie angehoben. Sachsen hat zum 1. Januar 2023 auf 5,5 % erhöht; alle übrigen Länder liegen bei 5,0 % oder mehr.

Rechenbeispiel: 400.000 € Kaufpreis in Bayern: 14.000 € Grunderwerbsteuer.

Die teuersten Bundesländer (6,5 %)

Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Saarland und Schleswig-Holstein haben den höchsten Satz von 6,5 %. Das ist fast Faktor 2 gegenüber Bayern.

Rechenbeispiel: 400.000 € Kaufpreis in NRW: 26.000 € Grunderwerbsteuer — 12.000 € mehr als in Bayern.

Sonderfall Thüringen: gesenkt im Januar 2024

Thüringen hat den Satz zum 1. Januar 2024 von 6,5 % auf 5,0 % gesenkt. Viele ältere Rechner im Netz zeigen noch den alten Wert — das kann zu Fehlkalkulationen von mehreren tausend Euro führen. Bei 400.000 € Kaufpreis ist die Differenz 6.000 €.

Historie: Wie kam es zu den Unterschieden?

Bis 2006 galt bundesweit einheitlich 3,5 %. Mit der Föderalismusreform 2006 erhielten die Länder das Recht, den Satz selbst festzulegen. Seitdem haben 15 der 16 Länder ihren Satz angehoben — oft mehrfach. Nur Bayern behielt die ursprünglichen 3,5 %. Die jüngsten Erhöhungen: Hamburg (4,5 % → 5,5 % zum 1. Januar 2023), Sachsen (3,5 % → 5,5 % zum 1. Januar 2023) und Bremen (5,0 % → 5,5 % zum 1. Juli 2025).

Praktische Konsequenz: Der Bundesland-Vergleich ist nur selten direkt umsetzbar — die wenigsten Käufer sind in der Wahl ihres Wohnorts beliebig flexibel. Relevanter wird der Vergleich bei Kapitalanlage-Immobilien, Ferienhäusern oder beim anstehenden Umzug.